Überblick Hepatozoonose

Rhipicephalus sanguineus Rhipicephalus sanguineus, female Hepatozoon canis
Rhipicephalus sanguineus Rhipicephalus sanguineus Hepatozoon canis

 

Definition:
Bei der Hepatozoonose handelt es sich um eine parasitäre Infektionserkrankung, die durch Hepatozoon Arten hervorgerufen, und durch das Verschlucken / Zerbeißen von Zecken übertragen wird.
Erreger:
In Europa: Hepatozoon canis. Keine Zoonose.
Die Gamonten von H. canis parasitieren als azidophile kapselförmige Körper in den neutrophilen Granulozyten. Die Gamonten treten abhängig der Jahreszeit und Zeckenaktivität zyklisch auf. Im Dezember und Januar sind häufig via PCR nicht nachweisbar.
Überträger:
Zecken der Art
  • Rhipicephalus sanguineus
  • evtl. Ixodes hexagonus
Verbreitung:

Hepatozoon canis (in Europa): bis zum 45. nördlichen Breitengrad (Südfrankreich, Italien, Slowenien, Kroatien, Bosnien, Albanien, Spanien, Portugal, Bulgarien, Rumänien, Griechenland). Zwei in Deutschland entstandene Fälle sind beschrieben.

Übertragung:
  • Durch das Verschlucken bzw. Zerbeißen der Zecken.
  • Vertikal: von der infizierten Mutter auf Welpen, z.Tl. (rassenspezifisch) zu 100%
  • Inkubationszeit 2-4 Wochen.
  • Präpatenz 4-6 Wochen
  • Patenz Jahre (lebenslang)
Wirte:
Hund, Katze, Fuchs.
Symptome:
Subklinisch - chronisch bis akut - lebensbedrohlich.
Diagnostik:
  • Akut und chronisch: Direkter Erregernachweis aus Buffy-Coat Ausstrichen (z.B. Giemsa gefärbter Ausstrich) und / oder PCR aus EDTA-Blut, Antikörpertiter als IFAT.
  • DD: Anaplasmose. Ehrlichiose. Immunopathie.
Behandlung:
Eine, den Erreger eliminierende Therapie ist nicht bekannt.
  • Frühphase: Sulfonamid-Trimethoprim (Borgal®) oder Toltrazuril (Baycox®) gegen die Schizonten im Gewebe.
  • Spätphase: Imidocarb-Dipropionat (Carbesia®, Imizol®) sowie eine Kombinationstherapie mit Sulfonamid-Trimethoprim (Borgal®), Pyrimthamin und Clindamycin kann gegen die Gamonten in den Leukozyten versucht werden. Decoquinat (Deccox®) stoppt die Entwicklung der Merozoiten.
  • Cave: Bei Bewegungs- / Muskelschmerzen können nicht-steroidale Antiphlogistika versucht werden. Glukokortikoide sind kontraindiziert!
Vorbeugung:
  • Impfprophylaxe: keine
  • Chemoprophylaxe: keine
  • Prävention: schwierig. Übertragung durch Verschlucken bzw. Zerbeißen der Zecken.
  • Verhaltensprophylaxe: Zeckenbiotope meiden. Hunde sollten während der Risikozeiten (Zeckenaktivität) nicht in Risikogebiete reisen. Die Aufnahme von Aas und rohem Fleisch ist zu vermeiden.
 
  Titel: Hepatozoonose - Überblick
Autor: T.J. Naucke

[1.Seiten, ca. 50 kb]
© Parasitus Ex e.V.
Stand 01.2013
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