Vortrag von Parasitus Ex in Neuwied am 07.09.19

Reisekrankheiten bei Hunden von A naplasmose bis Z oonose


Die sogenannten Reisekrankheiten sind längst auch in Deutschland angekommen. Das liegt vor allem an den Tieren, die entweder über Tierschutzvereine oder von privat aus anderen Ländern zu uns gebracht werden. Dort mussten sie zumeist unter schlimmsten Bedingungen vor sich hinvegetieren und hoffen jetzt auf ein besseres Leben. Der Klimawandel führt zudem dazu, dass sich immer mehr Insekten und Parasiten bei uns heimisch fühlen, die bei uns früher weitgehend unbekannte Erkrankungen mit sich bringen.

Der Verein PARASITUS EX e.V. setzt sich bereits seit 2002 für die Förderung der Grundlagenforschung im Bereich der parasitären Erkrankungen bei Tieren ein. Darüber hinaus kümmert sich das engagierte Team um den Parasitologen Dr. Torsten Naucke diagnostisch und therapeutisch um Hunde, bei denen parasitäre Erkrankungen diagnostiziert wurden.

Ziel ist es, Hunden und ihren Besitzern direkt durch die Vermittlung von Wissen zu helfen. Parasitus Ex verbindet den Tierschutz mit Forschung und Wissenschaft. Dabei werden weder tierexperimentelle Untersuchungen durchgeführt noch unterstützt.

Wir sind sehr dankbar, Herrn Dr. Naucke für diesen Vortrag gewinnen zu können. 

Der Schwerpunkt des Vortrags liegt bei den Erkrankungen Anaplasmose, Babesiose, Ehrlichiose, Filariosen, Hepatozoonose und der Leishmaniose. Aber auch bei Fragen zu den zahlreichen weiteren parasitären Erkrankungen in Europa wird Herr Dr. Naucke Rede und Antwort stehen. In Zusammenhang mit den Erkrankungen werden deren Erreger sowie die Überträger vorgestellt. Zecken und Sandmücken werden gezeigt, damit man diese ggf. auf seinen Ausflügen oder Urlaubsreisen erkennen kann. Erreger können darüber hinaus unter den mitgebrachten Mikroskopen betrachtet werden.

Auch die Prävention kommt nicht zu kurz: Denn Vorbeugung heißt neben bestimmten Verhaltensmaßnahmen vor allem auch die Bekämpfung der Überträger. Es werden Sinn und Unsinn bestimmter Antiparasitika diskutiert.

Der ca. vierstündige Vortrag richtet sich an Tierhalter*innen, Tierschutzvereine, Tierpfleger*innen, Tierarzthelfer*innen und an alle, die wissen möchten, wie sie unsere Vierbeiner am besten vor diesen Erkrankungen schützen können.

Wir freuen uns, den Vortrag kostenfrei anbieten zu können, damit jede*r die Möglichkeit hat, sich über diese wichtigen Themen zu informieren.

 

Wann: Samstag, den 07.09.2019, Beginn 11:00 Uhr
Wo: Gaststätte Bootshaus an der Rheinbrücke, Rheinstraße 80 in 56564 Neuwied
Dauer: ca. 4 Stunden
Kosten: keine

 

Aufgrund einer begrenzten Teilnehmerzahl ist eine verbindliche Anmeldung erforderlich.
 
 
Anmeldung bitte an:
 
Bündnis 90 / Die Grünen - Arbeitskreis Tierschutz
Nurda-Park 40
53562 Hesseln
Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Mailbox: 02644 / 60 30 64 9 (Kontaktdaten hinterlassen)
 
 
 
 
 

Neue Studie: Organveränderungen im Zusammenhang mit der Rickettsiose

Während unserer Arbeit sind wir immer häufiger mit Organveränderungen von Tieren konfrontiert, bei denen eine Rickettsiose diagnostiziert wurde. Häufig handelt es sich hier um Hunde, die im Zusammenhang mit einer Infektion durch Rickettsia conorii Zeichen von Leber- und Milzhypertrophie sowie Veränderungen der Pankreasfunktion zeigen. In einem Fall hat ein betroffenes Tier sogar eine Leberzirrhose entwickelt.
In der Literatur findet sich beim Hund wenig zu einem diesbezüglichen Zusammenhang, lediglich die leichte Erhöhung der Leberenzyme (AST, ALT) ist beschrieben. Im humanen Bereich lässt sich im Rahmen einer Infektion durch Rickettsia rickettsii (Erreger des Rocky mountain spotted fever) in einem älteren Artikel ein Hinweis auf eine Leberbeteiligung finden. Hier wurden bei Leberbiopsien betroffener Patienten Gallengangs- und Gefäßverlegungen gefunden, die auf inflammatorische Prozesse im Bereich der Periportalfelder zurückzuführen sind.
Wir möchten an dieser Stelle Tierärzte und betroffene Tierbesitzer bitten, sich bei Organveränderungen, die im Zusammenhang mit einer Rickettsiose beim Hund gefunden wurden, mit uns Kontakt aufzunehmen. Innerhalb dieser Studie sollen bereits vorhandene Untersuchungsergebnisse ausgewertet werden, es werden keine zusätzlichen Analysen durchgeführt. Mit Ihrer Teilnahme an der Studie können Sie möglicherweise dazu beitragen, dass Organveränderungen bei Hunden mit Rickettsiose früher erkannt und entsprechend therapeutisch interveniert werden kann, bevor es zu schwerwiegenden Schäden kommt.
Ihre Ansprechpartnerin ist:
Dr. Jeanette Bierwolf
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Neue Studie: Silent-Killer-Effekt der Ehrlichiose

Von Ehrlichiose betroffene Hunde können bei einem chronischen Verlauf der Erkrankung in seltenen Fällen von Tierarzt und Besitzer unerkannt eine schwere Niereninsuffizienz entwickeln, die bis zum Tod führen kann. Dieses Phänomen wird „Silent-Killer-Effekt“ genannt.
Wir möchten diesen Silent-Killer-Effekt näher untersuchen und herausfinden, ob eine Nierenbeteiligung bei der Ehrlichiose bislang unterschätzt wurde und betroffene Tiere von einer regelmäßigen Kontrolle der Nierenfunktion profitieren würden. Im Rahmen der Studie sollen keine zusätzlichen Untersuchungen durchgeführt werden, es sollen lediglich bereits vorhandene Daten von Hunden ausgewertet werden, die mit Ehrlichiose infiziert sind. Besonders von Interesse sind hier für uns Patienten, die ein regelmäßiges Monitoring mit Bestimmung des Ehrlichiosetiters, Blutbild, Klinischer Chemie und Eiweißelektrophorese erfahren haben. Auch interessieren uns in diesem Zusammenhang durchgeführte Urinuntersuchungen, im Rahmen derer beispielsweise  Veränderungen des Protein-Kreatinin-Quotients (Urine protein-to-creatinine ratio; UPC) detektiert wurden.
Wir möchten an dieser Stelle Tierärzte und betroffene Tierbesitzer bitten, Kontakt mit uns aufzunehmen, wenn Sie sich angesprochen fühlen. Hunde, bei denen neben der Ehrlichiose auch eine Leishmaniose diagnostiziert wurde, sind von der Studie ausgeschlossen.
Ihre Ansprechpartnerin ist:
Dr. Jeanette Bierwolf
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Neue Babesienart Babesia vulpes definiert

Als Erreger der Babesiose des Hundes sind eine Vielzahl an Babesienarten bekannt. In der Vergangenheit kam es bei der Einordnung der Erreger häufig zu Unsicherheiten, da die Klassifizierung teilweise unklar war und von den Autoren unterschiedliche Namen für die Erreger genutzt wurden. Baneth et al. haben nun eine Reklassifizierung vorgenommen und den Namen Babesia vulpes festgelegt. Die Arten Theileria annae, Babesia annae und Babesia microti-like entfallen somit zukünftig, da es sich hier um den gleichen Erreger handelt.

Parasit Vectors. 2019 Mar 26;12:129-133.

Schildzeckengattung Hyalomma in Deutschland häufiger nachgewiesen

Hyalomma stellt eine Gattung innerhalb der Schildzecken dar, die als Überträger vieler Erkrankungen bekannt sind. Die beiden Arten Hyalomma marginatum und Hyalomma rufipes wurden in der Vergangenheit in Deutschland lediglich vereinzelt nachgewiesen, scheinen nun aber zunehmend auch bei uns eine Rolle zu spielen. Beide Arten übertragen sowohl das Orthonairovirus (Erreger des Krim-Kongo-Fiebers) als auch das Bakterium Rickettsia aeschlimannii (Erreger des Zecken-Fleckfiebers). Innerhalb einer kürzlich vorgestellten Studie wurde im Zeitraum Sommer/Herbst 2018 dazu aufgerufen, Zecken unüblicher Größe und Verhaltens einzusenden und analysieren zu lassen. Als Ergebnis konnten 18 Zecken der Gattung Hyalomma identifiziert werden, von denen 10 Zecken der Art Hyalomma marginatum und 8 Zecken der Art Hyalomma rufipes zugeordnet wurden. In 9 Tieren wurde zudem der humanpathogene Erreger Rickettsia aeschlimannii nachgewiesen. Möglicherweise wurden diese Zecken zunächst von Zugvögeln eingeschleppt, eine weitere Verbreitung der beiden Zeckenarten auch in Deutschland scheint bei einem weiteren Fortschreiten des Klimawandels allerdings durchaus denkbar.

Parasit Vectors. 2019 Mar 26;12:134-141.

Hunde stellen Erregerreservoir für Rickettsia felis dar

Rickettsia felis ist ein obligat intrazelluläres Bakterium aus der Gattung der Rickettsien und verursacht bei der Katze das sogenannte Flohfleckfieber. Die Erregerübertragung erfolgt durch den  Floh, wobei neben dem Katzenfloh auch Hundeflöhe, Menschenflöhe und Igelflöhe eine Rolle spielen. Bislang unbekannt war, dass der Hund ein natürliches Erregerreservoir für Rickettsia felis darstellen kann, wie es in einer gemeinsamen Arbeit vietnamesischer und australischer Wissenschaftler kürzlich nachgewiesen wurde. Ihnen gelang die horizontale Übertragung des  Erregers von infizierten auf gesunde Hunde per Katzenfloh.

Traub, R. (2019, April 3rd). Almost four years in the making to unequivocally prove that dogs are the natural mammalian reservoir for flea borne spotted fever in humans CVBD World Forum, Trieste [Tweet]. Retrieved from https://twitter.com/rebecca_traub/status/1113575724655435776

Unterkategorien