Generelle Hinweise für alle parasitären Erkrankungen

  • Direkte Nachweisverfahren (PCR) aus Blutproben sind meist nur in der akuten Erkrankungsphase sinnvoll, da sich die Erreger bei klinisch asymptomatischen Tieren meist in andere Gewebe (Knochenmark, Haut, Konjunktiva) zurückziehen.

        https://jcm.asm.org/content/jcm/39/2/560.full.pdf
        https://jcm.asm.org/content/jcm/38/2/748.full.pdf

  • Ein negatives PCR-Ergebnis schließt eine Infektion nicht aus.

        https://jcm.asm.org/content/jcm/39/2/560.full.pdf

  • Obgleich sehr hohe Antikörperspiegel (Titer) mit dem Auftreten klinischer Erkrankungszeichen positiv korrelieren, genügt die alleinige Bestimmung des Titers nicht zur Überwachung des Krankheitsverlaufes. Die Antikörperproduktion stellt eine individuelle Immunreaktion des Körpers dar und die Höhe des Titers korreliert nicht zwangsläufig mit der Klinik des Hundes. Zudem persisitieren hohe Antikörperspiegel oft über Monate und Jahre.

        https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/1865262
        https://europepmc.org/abstract/med/7660549
        https://www.hindawi.com/journals/bmri/2014/412808/

  • Von einer Titererhöhung spricht man erst ab einer Steigerung um 2 Verdünnungsstufen.
  • Eine systemische Kortisontherapie ist bei parasitären Erkrankungen in der Regel kontraindiziert, da eine Immunsuppression eine Vermehrung der Erreger zur Folge haben und zu einer Reaktivierung der Erkrankung führen kann. Eine orale immunsuppressive Therapie darf daher nur unter strenger Nutzen-Risiko-Abwägung erfolgen.

        https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC1250241/
        https://www.thieme-connect.de/products/ejournals/pdf/10.1055/s-0035-1558509.pdf

  • Eine Impfung aktiviert die humorale Immunreaktion und kann einen Erkrankungsschub zur Folge haben. Einzelschutzimpfungen bei klinisch gesunden Hunden müssen im Einzelfall diskutiert werden. Laut Packungsbeilage der Impfstoffhersteller dürfen ausschließlich gesunde Hunde geimpft werden.

        https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0165242703000862

  • Es müssen parallel auch immer alle Co-Infektionen diagnostiziert und behandelt werden, da sich die Erkrankungen ansonsten häufig nicht ausreichend stabilisieren lassen und die Verläufe schwerwiegender sind.

        https://parasitesandvectors.biomedcentral.com/articles/10.1186/s13071-018-2717-8
        https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3637325/
        https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5859550/pdf/13071_2018_Article_2724.pdf
        https://www.macvetrev.mk/2011-1/CASE%20REPORT%20OF%20CANINE%20CO-INFECTION%20WITH.pdf

  • Die Ergebnisse von Blutuntersuchungen sind nur vergleichbar, wenn diese immer im gleichen Labor durchgeführt werden und das Testverfahren identisch ist. Die im Rahmen von ELISA und IFAT detektierten Titer sind nicht miteinander vergleichbar, da es sich hier um zwei völlig unterschiedliche Testverfahren handelt.
  • Zum Nachweis einer parasitären Erkrankung ist eine wenig invasive Diagnostik (Blutentnahme) einer hochgradig invasiven Diagnostik (Knochenmarkpunktion) vorzuziehen.
  • Stress ist zu vermeiden, da dies einen Krankheitsschub zur Folge haben kann.